Agapanthus-Beet

Agapanthus - die Afrikanische Schmucklilie oder auch Liebesblume

Bei dem Namen Agapanthus denken die meisten Pflanzenliebhaber an die imposanten Kübelpflanzen mit langen, riemenförmigen Blättern, gekrönt von 1,0 bis 1,5 m hohen blauen oder weißen Blütenständen.
Aber die Gattung Agapanthus ist weitaus vielfältiger. Deshalb soll das Agapanthus-Beet im Park der Gärten dazu beitragen, den Besuchern neue Formen der Verwendung dieser Pflanzenart näher zu bringen.

 

Der botanische Name Agapanthus stammt aus dem Griechischen (Agape=Liebe, anthos=Blume), auf deutsch also Liebesblume. Der andere deut- sche Name „Afrikanische Schmucklilie" weist auf die südafrikanische Herkunft dieser Pflanze hin. Dort wachsen die Wildformen auf meist feuchten, niederschlagreichen Standorten.
Entsprechend ihrer Blütenform und dem Laub, das immergrün oder auch nur sommergrün sein kann, werden die heute kultivierten Hybriden und Sorten in vier Gruppen eingeteilt. In allen Gruppen gibt es kleine bis großwüchsige Sorten mit weißen oder blauen Blüten.
Alle Agapanthus -Arten und -Sorten sind in Deutschland nicht winterhart. Schon leichte Nacht- fröste können das Laub erheblich schädigen. Deshalb müssen immergrüne Agapanthus im Kübel gehalten werden und es ist nicht immer

leicht, einen hellen und kalten Überwinterungs- raum zu finden.
Die sommergrünen Sorten, vorwiegend aus der Agapanthus-Campanulatus-Gruppe, bei denen das Laub im Herbst einzieht, können aber auch in unserer Region in Staudenrabatten oder auch in eigenen Beeten ausgepflanzt werden, wie es in England oder in Südeuropa weit verbreitet ist. In den letzten Jahren ist eine große Zahl neuer Sorten entstanden, die sich für diese Verwendung be- sonders eignen. Einige dieser Sorten werden in Holland in großem Umfang als Schnittblumen im Freiland angebaut.
Natürlich eignen sich die sommergrünen Sorten auch für die Kultur im Kübel. Die Überwinterung ist einfach, da nur ein kalter, frostfreier Raum benötigt wird, der auch dunkel sein darf. Gegossen wird nur wenig oder gar nicht.

Pflanzung und Pflege:

Als Standort für ein Agapanthus-Beet eignen sich voll besonnte Flächen mit gutem Wasserabzug, denn bei Staunässe würden die fleischigen Wurzeln faulen. Vor der Pflanzung wird der Boden tief gelockert oder umgegraben. Ab Mitte Mai bis Mitte August kann gepflanzt werden, dann haben die Pflanzen genügend Zeit, einzuwurzeln und sich gut zu entwickeln, bevor der Winter kommt.

Für die Pflanzung eignen sich kräftige, mehrtrieb- ige Jungpflanzen. Beim Einsetzen der Pflanzen ist darauf zu achten, dass sich der Rhizomansatz etwa 10 cm unter dem Beet-Niveau befindet. Dieser Pflanztrichter sollte erst einige Wochen später aufgefüllt werden, wenn die Pflanze ange- wachsen ist. Eine Vorratsdüngung mit Horn- spänen oder „Oscorna“ ist zu empfehlen. Bei Trockenheit ist eine zusätzliche Bewässerung wichtig.

Nach der Blütezeit, die sich je nach Sorte von Juli bis Anfang September erstreckt, beginnt ab Mitte Oktober die Laubfärbung. Bald darauf stirbt das Laub ab und kann abgeschnitten werden. Frühfröste lassen das Laub manchmal vorzeitig absterben, das ist nicht problematisch. Wichtig ist, dass ab Anfang November vor den ersten stärker- en Frösten eine ca. 10 cm dicke Schicht aus Laub oder Stroh als Winterschutz aufgebracht wird, eine zusätzliche Lage Fichtenreisig oder Vlies hindert die Vögel daran, den Schutz wegzuscharren.



Da ein flächiger Winterschutz wirksamer ist, sollte man möglichst in Gruppen pflanzen und keine Einzelpflanzen. Ab Anfang bis Mitte April erscheinen die ersten Blattspitzen. Dann muss die Deck- schicht entfernt werden. Ein Schutz gegen Spät- fröste sollte bereitgehalten werden.

Nach einer leichten Volldüngergabe (30 g pro m2) und bei Bedarf ausreichender Bewässerung wer- den sich die Pflanzen gut entwickeln und reich blühen. Die abgeblühten Blütenstände mit den Samenkapseln sind attraktiv, sie können an der Pflanze bleiben. Außer Wurzelkrankheiten auf zu nassen Standorten gibt es keine Pflanzenschutz- probleme.

Sorten:
Inzwischen gibt es eine große Anzahl geeigneter Sorten, von denen hier im Frühjahr 2005 einige beispielhaft aufgepflanzt wurden. Hierbei wurden frühe und späte Sorten in verschiedenen Blau- tönen und in Weiß verwendet. Das Laub der meisten Sorten wird 30 - 50 cm hoch, 'Lilliput' erreicht nur 15 - 20 cm. Ein Problem bei der Pflanzenbeschaffung ist es, dass bislang in Deutschland nur selten sortenechte Pflanzen angeboten werden.
Pflanzenangebote wie: „Agapanthus 'blau' oder 'weiß' " sollten nicht gekauft werden. Zur Zeit bieten holländische oder englische Staudengärtnereien ein umfangreiches Sortiment an.