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Baum des Jahres 2021

Zum "Baum des Jahres 2021"

ist Ilex aquifolium, die Stechpalme gekürt worden:
Seit etwa 100 Jahren steht die Art hierzulande unter besonderem Schutz; früher ist sie wegen ihrer Beliebtheit als Dekoration zu Feiertagen noch in großen Mengen aus Wäldern geholt worden, inzwischen ist die Entnahme aus der Natur nicht mehr erlaubt. Die Bestände dieser immergrünen Laubbaumart haben sich in Deutschland deutlich erholt.
Die Stechpalme mit den für Menschen giftigen Blättern und Beeren ist ein hervorragender Brutplatz und eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel, Bienen und Hummeln.

Beliebt ist Ilex aquifolium auch als Ziergehölz in Parks und Gärten. Bekannt ist sie insbesondere für ihre satt grünen, stacheligen Blätter und die leuchtend roten Beeren.
Auch wenn die Stechpalme exotisch wirkt, ist sie in Europa beheimatet. Wegen klimatischer Veränderungen gedeiht sie inzwischen auch in Skandinavien und Polen.
Sie wirkt wie eine Exotin in unserer mitteleuropäischen Landschaft, wo sonst alle heimischen Laubbäume im Herbst ihre Blätter abwerfen.
Die Stechpalme ist immergrün und behält ganzjährig ihre satt dunkelgrün glänzenden Blätter, welche ledrig-steif sind und einen welligen, mit unangenehm spitzen Stacheln bewehrten Blattrand haben.

Ein Baum?
Man kennt lex aquifolium meist als ein strauchartiges Gehölz in Laubwäldern, meist ein zwei Meter, gelegentlich auch mal bis zu fünf Meter hoch, mit Ablegern aus bewurzelten Seitenästen und ausgetriebenen Wurzelsprossen. Die Stechpalme kann Baum oder Strauch sein, abhängig von den Lichtverhältnissen. Auf sehr lichten Standorten oder in Grünanlagen oder Gärten kann man sie als Baum sehen, oft mit einem geraden, bis in die Spitze gehenden Stamm, mit einer kegelförmigen Gestalt wie ein Nadelbaum.
Zehn Meter, seltener auch bis fünfzehn Meter hoch können sie hier werden. So ist die Stechpalme zweifelsohne ein Baum.

Schon unter den Botanikern des 16. Jahrhunderts war Stechpalme der übliche Name für diesen Baum. Die so gar nicht passende Beschreibung als Palme hängt mit der christlichen Tradition zusammen, bei der am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, mit einer Prozession an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert wird. Jesus war damals mit Palmwedeln begrüßt worden. Da es aber in Mitteleuropa keine Palmen gibt und auch anderes Grün zu dieser frühen Jahreszeit kaum vorhanden ist, wurden Sträuße aus Zweigen der Stechpalme – meist zusammen mit Zweigen anderer immergrüner Gehölze – zum kirchlich geweihten Palmwedelersatz.

Ilex, der botanische Gattungsname, ist mittlerweile für viele Leute auch der sehr viel vertrautere und sympathischere Name. Die offizielle Benennung als Stechpalme sorgt heute eher für Irritationen.

Und was ihre exotische Ausstrahlung betrifft:
Sie ist eine Europäerin durch und durch. Sie wuchs schon vor über zwei Millionen Jahren hier auf diesem damals allerdings deutlich wärmeren Kontinent, und zwar in einer subtropischen Waldgesellschaft, wie sie heute in Europa nur noch auf den geologisch bereits zu Afrika gehörenden Kanarischen Inseln zu finden ist. Die Stechpalme ist aber trotz des sich abkühlenden Klimas in Europa geblieben. Sie hat sich in die sich ändernden Lebensverhältnisse eingelebt und nur während der periodisch auftretenden Eiszeiten in den Südwesten der Iberischen Halbinsel zurückgezogen. Eine Exotin ist sie also nicht, aber doch immerhin ein bemerkenswertes Relikt aus einem anderen Erdzeitalter.

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