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Robinia pseudoacacia

Die Gewöhnliche Robinie

Baum des Jahres 2020

In Deutschland wählt seit nunmehr 32 Jahren das Kuratorium „Baum des Jahres“ jährlich eine Baumart, um diese besonders herauszustellen und der Bevölkerung näher zu bringen. Für diesem Jahr fiel die Wahl auf die gewöhnliche Robinie, Robinia pseudoacacia, die sowohl als Wald- als auch Parkgehölz eine Bedeutung erlangt hat.

Die Robinie ist nicht in Europa heimisch gewesen, sondern als eine frühe Einwanderin schon Anfang des 17. Jahrhunderts aus ihrer nordamerikanischen Heimat nach Europa gebracht worden. Zunächst wurde sie als Besonderheit in Parks gepflanzt, später aber auch als Waldbaum auf sandigen und trockenen Böden verwendet, wo sie sich trotz der schwierigen Standortverhältnisse rasch entwickelte. Zunächst hielt man die Baumart für eine Akazienart, weil ihre Blätter und Früchte den Akazien aus dem Mittelmeerraum ähnlich sehen. Doch die Blüten weisen sie eindeutig als Schmetterlingsblütler oder Leguminose aus. Dadurch entstand der Name Scheinakazie.

Robinien bilden nur mittelgroße Bäume von etwa 20 – 25 m Höhe, die ein Alter von ca.150 Jahren erreichen. Bei älteren Bäumen ist die hellgraue Borke des Stammes netzförmig tief gefurcht, die Krone wird bei freiem Stand breit. Die jungen Triebe und Zweige sind stark dornig, die unpaarig gefiederten Blätter erscheinen relativ spät. Im Mai – Juni folgen die zahlreichen Blütentrauben mit cremeweißen Schmetterlingsblüten, die intensiv von Bienen beflogen werden (Akazienhonig). Zum Herbst bilden sich ca. 10 cm lange Hülsen mit Samen. Blätter und Triebe sind für manche Tiere giftig, insbesondere für Pferde.

Die Robinie vermehrt sich durch Samen, die freie Flächen zur Keimung benötigen. Zusätzlich bildet der Baum Ausläufer und Wurzelbrut, so dass in kurzer Zeit größere Flächen besiedelt werden.. Wie viele andere Leguminosen siedeln sich an den Wurzeln der Robinie Knöllchenbakterien an, die den Luftstickstoff binden können. Diese Eigenschaften sind wichtig bei der Rekultivierung von Brachflächen, Halden und Hängen. Problematisch wird es aber, wenn Robinien in Magerwiesenstandorte eindringen und dort Vegetation und Fauna verändern. Wegen ihrer Ausbreitungsfähigkeit ist die Robinie dort nur schwer zu beseitigen.

Das Holz ist sehr hart und dauerhaft, es wird daher auch vielfach für Zaunpfähle und Konstruktionsholz im Freien verwendet. In den letzten Jahren hat Robinienholz als Ersatz für Tropenhölzer bei Gartenmöbeln eine große Bedeutung gewonnen. Wegen seines zähen Holzes war es auch als Grubenholz beliebt. Das Robinienholz hat einen hohen Brennwert und es ist daher ein hervorragendes Feuerholz. Aufgrund des Klimawandels mit trockenen heißen Sommern könnte auch die forstliche Nutzung der Robinie zunehmen, so wie es bereits seit vielen Jahren in Brandenburg der Fall ist. Zur Zeit liegt der Anteil der Robinie in unseren Wäldern noch unter 1 %, anders als in Ungarn, wo es große forstliche Bestände gibt.

Die ersten Robinien wurden in Mitteleuroopa in Parks und Gärten gepflanzt. Auch als stadtklimaverträglicher Straßenbaum ist sie in den Städten zu finden. Im Laufe der Zeit sind viele Zierformen entstanden von denen einige eine größere Bedeutung bekommen haben. So gilt die Sorte 'Frisia' als schöner Parkbaum mit gelbgrünem Laub und die Kugelakazie 'Umbraculifera' wird gerne als kleinkroniger Straßenbaum in Alleen verwendet. So zählt die Robinie auch in den Baumschulen zu den wichtigen Gehölzkulturen.